19.10.14: Die professionelle Unternehmensbewertung als der wesentliche Erfolgsfaktor im Zuge einer erfolgreichen Nachfolgeregelung

Dr. Frank Wendlandt - 19.10.2014

Ein einziger und richtiger Wert für ein Unternehmen existiert nicht. Während der Verkäufer den Wert des eigenen Unternehmens oftmals überschätzt, möchte der Nachfolger den Kaufpreis möglichst gering halten. Eine Wertüberschätzung birgt das Risiko, keinen Nachfolger zu finden und kann gleichzeitig die Kapitaldienstfähigkeit des Nachfolgers und damit die Unternehmensfortführung gefährden. Nur wenn sich Übergeber und Nachfolger auf einen Preis einigen können, der für beide Parteien akzeptabel ist, kann ein Unternehmensverkauf gelingen.

In der Regel resultiert der Kaufpreis aus langen Verhandlungen zwischen Verkäufer und Käufer. Eine ideale Basis hierfür bildet ein Unternehmenswert auf Grundlage einer objektiven Unternehmensbewertung. Abhängig von der Wahl eines Bewertungsverfahrens aus der Vielzahl der in der Praxis existierenden Verfahren, werden unterschiedliche Unternehmenswerte ermittelt. Börsennotierte Unternehmen können ihren Wert relativ einfach durch Multiplikation des Aktienkurses mit der Anzahl der Aktien ermitteln, während sich eine Wertermittlung bei inhabergeführten klein- und mittelständischen Unternehmen deutlich komplexer gestaltet. Hier ist es notwendig ein angepasstes Bewertungsverfahren heran zu ziehen, das die Besonderheiten dieser Unternehmen berücksichtigt.

Die den Kaufpreis beeinflussende Faktoren sind u.a.:

  • Bedeutung der Rolle des Unternehmers in kleinen und mittleren Unternehmen für den bisherigen Erfolg des Unternehmens (Bereitschaft zur Risikoübernahme; Handeln auf eigene Rechnung, Kontakte zu Geschäftspartnern, Familie, etc.)
  • Prägung der bisherigen Unternehmensstrategie und –kultur durch Entscheidungen des Unternehmers
  • Unternehmerspezifisches, erfolgsrelevantes, jedoch oft schlecht dokumentiertes Wissen (Unternehmen und Unternehmer können bei Bewertung nicht getrennt voneinander betrachtet werden)
  • Prüfung, ob das Unternehmen auch ohne den Unternehmer fortgeführt werden kann (Betrachtung zweier Unternehmerpersönlichkeiten bei der Bewertung, die des Nachfolgers und des Übergebers)
  • Berücksichtigung von bisher unentgeltlich zur Verfügung gestellter Arbeitskraft oder finanzieller Mittel (Unternehmerlohn oder Familie) 
  • Fehlende (oder nur im Kopf des Unternehmers vorhandene) Unternehmensplanung (verhindert Anwendung der typischen betriebswirtschaftlichen Methoden zur Bewertung) 
  • Berücksichtigung, dass nicht nur Gewinnziele, sondern auch andere mittelbare und nicht-monetäre Ziele vom Unternehmer verfolgt werden, die den Nachfolger nicht betreffen 

Allein anhand dieser Punkte, die nur einen Auszug darstellen, zeigt sich, dass es insbesondere bei der Bewertung klein- und mittelständischer Unternehmen einige Besonderheiten gibt, die bei der Wertermittlung des Unternehmens berücksichtigt werden müssen. Eine gründliche Bewertung ist für eine erfolgreiche Nachfolgeregelung daher zwingend notwendig.

Aufgrund der Komplexität und des hohen Stellenwerts einer Unternehmenswertermittlung im Zuge einer Nachfolgeregelung empfiehlt es sich, für eine neutrale Wertermittlung als Grundlage von Verhandlungen zwischen Verkäufer und Käufer externe Unterstützung in Form eines erfahrenen Unternehmensberaters heran zu ziehen.

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