20.5.14: Was haben Sie als nicht künstlerisch tätiger Unternehmer mit der Künstlersozialkassenpflicht zu tun?

Dirk Düing - 20.05.2014

Aufträge an Werbefotografen, Grafiker, Layouter, Industrie-Designer, freiberufliche Webdesigner, Musiker usw. können somit unter die Künstlersozialkassenpflicht fallen – auch wenn sie selbst nicht der KSK angehören.
Beitragspflichtig ist jedes Unternehmen, das regelmäßig für seine Produkte oder Dienstleistungen wirbt.

Der Grundgedanke ist folgender: Die Künstlersozialkasse ist selbst kein eigenständiger Leistungsträger und bezuschusst lediglich die Beiträge ihrer Mitglieder zu den gesetzlichen Sozialversicherungen. Sie ist eine Abteilung der Unfallkasse des Bundes mit der Aufgabe, das Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) durchzuführen. Das am 01.01.1983 in Kraft getretene Gesetz sollte den Gedanken des Schutzes von selbständigen Künstlern und Publizisten in der Renten- Kranken- und Lebensversicherung verwirklichen, da diese laut eigenen Angaben der Künstlersozialkasse meist deutlich schlechter abgesichert sind als andere Selbständige. Im Wesentlichen beschränkt sich ihr Aufgabenbereich auf zwei Schwerpunkte.

  • Prüfung der Zugehörigkeit zum versicherungspflichtigen Personenkreis
  • Einzug des Beitragsanteils der Versicherten, der Künstlersozialabgabe der abgabepflichtigen Unternehmen sowie des Bundeszuschusses.

Erteilen Sie also nicht nur gelegentlich Aufträge an künstlerisch Tätige, um z. B. Ihre Internetseite, Werbebriefe, Flyer o. ä. zu gestalten oder beauftragen Auftritte von Musikern in Gaststätten oder auf Betriebsfesten, so kann es kommen, dass Sie für Ihren Auftragnehmer auf sein Honorar derzeit 5,2 Prozent (2013: 4,1 Prozent) an die KSK zahlen müssen. Die Zahlung kann nach einer Betriebsprüfung unter Umständen nachträglich für 6 Jahre erhoben werden, da die Künstlersozialabgabe zwar nach 4 Jahren verjährt,  jedoch immer erst zum 31. März eines jeden Folgejahres fällig ist. Nicht abgabepflichtig sind Aufträge, die Sie an eine GmbH, eine haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft, eine GmbH & Co. KG oder eine Limited vergeben.

Da die KSK den Begriff „gelegentlich“ sehr weit definiert sollten Sie eine mögliche Abgabenpflicht prüfen lassen, wenn Sie öfter mit künstlerisch tätigen Personen zu tun haben.